Dienstag, 18. Dezember 2012

Facebook wegen Datenschutz in der Kritik - mal und immer wieder

Thilo Weichert der Bundesdatenschutzbeauftragte legt sich mal wieder mit Facebook an. Der US-Konzern verlangt von seinen Usern auf Pseudonyme zu verzichten oder weniger nett er verbietet das Nutzen von Pseudonymen auf seinen Seiten. 


Insbesondere vor dem Hintergrund der letzten Entscheidung des Konzerns die Profilnamen und Fotos nun als "öffentliche Daten" also für jeden sichtbar zu qualifizieren ist dieses Vorgehen äußerst bedenklich.

Das Problem für den Konzern ist klar. Nur für echt Nutzerprofile mit den Namen kann er wirklich Geld verlangen von seinen zahlenden Kunden.

Die Reaktion Facebooks auf das Ultimatum, dessen Verstreichenlassen die ungeheure Strafe von 20000 Euro nach sich zöge war dementsprechend arrogant wie folgerichtig. Man sprach von "Verschwendung von Steuergeldern."

Man gehe davon aus, dass hier die Klarnamenpolitik den Nutzern helfe. Diese sei im Übrigen mit höherrangigem europäischen Datenschutzrech vereinbar.

Dies muss überprüft werden, aber das deutsche Telemediengesetz verpflichtet die Anbieter dazu Pseudonyme zuzulassen.

Die wirkliche Marschrichtung, die sich dahinter verbirgt ist klar. Nämlich zum einen das schrittweise Verschieben der Grenzen hin zum vollkommen gläsernen User. Dies könnte schlicht daran liegen, dass FB im Vergleich zu seinen Mitbewerber Google einfach die Möglichkeit fehlt derart viele Daten zu aggregieren, dass man ohnehin auf den Klarnamen kommt.

Oder aber an dem Ziel eine Suchmaschine quasi mit integriertem Telefonbuch zu entwerfen. Insbesondere, da eine Löschung von Daten bei FB nicht vorgesehen ist, ist dies mehr als kritisch zu sehen.

Auf lange Sicht hilft wohl nur, dass man von Facebook fernbleibt. Oder aber eine Datenschutzinitiative der deutschen Bundesregierung, die eine Verpflichtung auf EU - Ebene durchsetzt, die es für Dienste, die auf europäischem Boden arbeiten verpflichtend vorschreibt, kostenpflichtig Profile zu hosten, bei denen man Kontrolle über seine Daten hat.

Sowohl fast sämtliche andere Regierungen in Europa, sowie auch der überwiegende Großteil der Nutzer steht allerding der gesamten Problematik vollkommen indifferent gegenüber, so dass weder von der einen noch der anderen Seite eine Besserung zu erwarten ist.

Sollten Sie Probleme mit Facebook oder anderen Social Network Sites haben und Hilfe benötigen, dann kontaktieren Sie mich hier. 

Bedenken Sie, dass Ihr guter Ruf auf dem Spiel steht. Was einmal über Sie im Netz wird auch verbreitet. Darum müssen Sie sofort handeln bevor der eine Tropfen Öl das gesamte Meer des Internets verseucht.